Förderpreis der Agrarwirtschaft "W"


Foto: Grégory Weisert

Saskia Strutzke hat den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2018, der mit 9.000 Euro dotiert ist, erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Strutzke konnte sich bei den Gästen des Gala-Abends der agrarzeitung, die erstmals in diesem Jahr über den Preisträger abstimmen durften, gegen Ines Ruschmeyer und Jonas Kiefer durchsetzen. Die drei Favoriten, die zuvor von einer hochkarätig besetzten Jury aus den Bewerbungen für den Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgewählt wurden, haben sich und ihr Projekt in einem „Elevator Pitch“ präsentiert.



Nadine Wettstein

Nadine Wettstein (2011)

Nadine Wettstein veröffentlicht regelmäßig in anerkannten wissenschaftlichen Journalen, spricht auf internationalen Konferenzen und erhält Fördermittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Ihr Thema ist die Treue. Ihr Forschungsfeld sind neun verschiedene Tiefkühlpizzen. "Wieso kauft ein Mensch immer die gleiche Marke?", fragt die Ökotrophologin, die seit ihrem 18. Lebensjahr vollkommen erblindet ist. Ihre Antworten und Analysen des Einkaufsverhaltens im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) sollen im kommenden Jahr ihre Dissertation am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) in Halle abschließen. Dort engagiert sie sich neben der Forschung auch in der Lehre. Außerdem betreut sie Praktikanten, Bachelor- und Diplomarbeiten. Die Erkenntnisse ihrer Doktorarbeit möchte die 33-Jährige in die breite Öffentlichkeit tragen. "Fortschritt lebt vom Austausch des Wissens", erklärt sie. Ihr Berufsziel nach der Promotion heißt Wissenschaftsmanagerin.

Mareile Wölwer

Mareile Wölwer (2015)

Das Schlachtunternehmen Tönnies steht ebenso auf Mareile Wölwers Adressliste wie das Landwirtschaftsministerium in Mainz oder der Spezialist für Futterzusätze Dr. Eckel. Die 21-Jährige Landwirtstochter bezeichnet sich selber als „ziemlich kontaktfreudig“. Und das ist auch genau das, was sie benötigt, um sich jetzt den Traum von der Selbstständigkeit zu erfüllen, den sie seit rund einem Jahr mit höchster Intensität verfolgt. Mareile Wölwer hat sich der Optimierung der Tierdatenerfassung verschrieben und ein Business-Modell für eine Applikation (App) entwickelt. Mit Hilfe der App „track-my-animals“ sollen Doppelarbeit und Fehlerquellen beim Melden von Tieren an die HIT-Datenbank sowie bei der Dokumentation von Medikamenten vermieden werden. Darüber hinaus können darüber Tierdaten unkompliziert an Dritte transferiert werden. Auch Schnittstellen zu Melksystemen sind geplant. Mit diesem Konzept hat die Betriebswirtschaftsstudentin in ihrem Bachelorstudiengang an der privaten WHU-Otto-Beisheim School of Management in Vallendar schon Preise gewonnen. Mit großem Engagement widmet sich Wölwer nun der Gewinnung von Partnern aus Politik und Wirtschaft.