Förderpreis der Agrarwirtschaft "T"


Foto: Grégory Weisert

Saskia Strutzke hat den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2018, der mit 9.000 Euro dotiert ist, erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Strutzke konnte sich bei den Gästen des Gala-Abends der agrarzeitung, die erstmals in diesem Jahr über den Preisträger abstimmen durften, gegen Ines Ruschmeyer und Jonas Kiefer durchsetzen. Die drei Favoriten, die zuvor von einer hochkarätig besetzten Jury aus den Bewerbungen für den Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgewählt wurden, haben sich und ihr Projekt in einem „Elevator Pitch“ präsentiert.



Carina Tünge und Andreas Hildebrandt

Carina Tünge und Andreas Hildebrandt (2011)

Carina Tünge und Andreas Hildebrandt haben die Milch im Blut. Die 24-Jährige Tünge machte eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Milchversorgung Stade – Fahrten mit dem Sammelwagen inklusive. Der 31-Jährige Hildebrandt entschied sich nach Lehre und Studium der Landwirtschaft für ein Traineeprogramm bei der Nordmilch AG. Die Konsolidierung in der Milchindustrie führte beide zu einem Team zusammen. Ihre Aufgabe: die Fusion der Molkereien Nordmilch und Humana zum Deutschen Milchkontor (DMK) mit einer überzeugenden Kommunikation zu begleiten, um 11.000 genossenschaftlich organisierte Milcherzeuger einheitlich zur Unternehmensentwicklung zu informieren. Gleichzeitig sollte es einen Dienst für Anlieferungs- und Servicedaten zur Milch geben. Tünge und Hildebrandt haben dazu die Internetplattform "Webmelker.de" entwickelt. Die Nutzerzahlen von mehr als 22.000 Zugriffen pro Monat sprechen für sich. Auch ein SMS-Dienst und ein Diskussionsforum sind geplant.

Dr. Johanna Trautmann

Dr. Johanna Trautmann (2016)

Die betäubungslose Ferkelkastration ist ab 2019 verboten. So kommt für immer mehr Landwirte auch die Ebermast in Betracht. Johanna Trautmann hat wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um die Ebermast praktikabel zu machen. In ihrer mit „Summa cum laude“ ausgezeichneten Dissertation erarbeitete sie umsetzbare Lösungen bei dem umstrittenen Thema Ebergeruch. „Mit unseren Studien zeigen wir, dass eine Qualitätskontrolle umsetzbar ist und mit Sauen vergleichbare Qualitäten geliefert werden können“, sagt die 29-jährige gebürtige Odenwälderin. Und so hat Trautmann ganz praxisnahe Lösungen zur Sensorik entwickelt: Tests, um die Riechleistung von Prüfern objektiv bewerten zu können, und Belege erbracht, dass eine sensorische Qualitätskontrolle auch während des Schlachtprozesses möglich ist, sowie Transparenz bei der Frage geschaffen, wieso chemische Analyse und menschliche Geruchsdetektion voneinander abweichen und was das für zukünftige Qualitätskontrolle bedeutet. Ihr Konzept soll auch in kleineren Schlachthöfen umsetzbar sein.