Förderpreis der Agrarwirtschaft "M"


Foto: Grégory Weisert

Saskia Strutzke hat den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2018, der mit 9.000 Euro dotiert ist, erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Strutzke konnte sich bei den Gästen des Gala-Abends der agrarzeitung, die erstmals in diesem Jahr über den Preisträger abstimmen durften, gegen Ines Ruschmeyer und Jonas Kiefer durchsetzen. Die drei Favoriten, die zuvor von einer hochkarätig besetzten Jury aus den Bewerbungen für den Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgewählt wurden, haben sich und ihr Projekt in einem „Elevator Pitch“ präsentiert.



Syster Christin Maart

Syster Christin Maart (2010)

Sie weiß, was sie will, und plant ihre Karriere auf zwei Gleisen: Syster Christin Maart untersucht für ihre Dissertation an der Universität Göttingen die Anpassungsprozesse im Strukturwandel des Agrarsektors. Parallel arbeitet die Wissenschaftlerin in einer Steuerberatungskanzlei. Das Wissen aus beiden Quellen mündet in den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Schleswig-Holstein, den sie mit ihrer Schwester gemeinsam weiterentwickelt: Ferkelerzeugung, Ackerbau, Windkraft und Ferienwohnungen ist die breit angelegte Antwort auf den Strukturwandel in der Landwirtschaft. " Mich interessieren die Zusammenhänge zwischen landwirtschaftlicher Praxis und Politik", erläutert die Agrarwissenschaftlerin. Die ehrgeizige Doktorandin hat zudem eine als herausragend bewertete Masterarbeit verfasst sowie Auslandssemester an den Universitäten Olsztyn/Polen und Prag. Hinzu kommen Praktika auf einer Farm in Namibia und im Landwirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages.

Albrecht Macke

Albrecht Macke (2008)

Albrecht Macke hat im Sommer seinen ersten Agrarabschluss an der Universität in Göttingen mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus gemacht. Als Assistent arbeitet er im Betriebswirtschaftlichen Büro Göttingen und stellt die Weichen für die künftige Beratertätigkeit. Im Januar 2009 tritt er mit 22 Jahren als jüngster Partner in das Betriebswirtschaftliche Büro Göttingen ein. Parallel dazu will er ein Masterstudium abschließen. Als Eigentümer des Rittergutes Wolperode hat er sich der praktischen Landwirtschaft verschrieben. " Mit seinem Gegenüber muss man auf Augenhöhe reden können, deshalb ist mir mein praktischer Hintergrund besonders wichtig." Genauso entscheidend ist für Macke aber auch die Bereitschaft, mal über den Tellerrand zu schauen. "Die Agrarwirtschaft braucht Weitblick", sagt der junge Praktiker aus eigener Erfahrung, der seine Studienjahre für zahlreiche Auslandsaufenthalte nutzte – unter anderem in Brasilien.

Dr. Eva-Marie Meemken

Dr. Eva-Marie Meemken (2017)

Wie kann Landwirtschaft nachhaltiger und gerechter gestaltet werden? Und halten zertifizierte Produkte überhaupt das, was sie versprechen. Diese Fragen beschäftigen die 31-jährige Agrarökonomin. Dabei geht es ihr nicht nur um Zahlen, sondern darum globale, sozio-ökonomische Zusammenhängen in Entwicklungsländern zu verstehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sie hat Nachhaltigkeitsstandards unter die Lupe genommen und blickt hinter die Label wie etwa Fairtrade, Bio oder der Rainforest Alliance. Meemken hat die Auswirkungen dieser Standards auf die Lebenssituation afrikanischer Kleinbauern selbst vor Ort untersucht. Ihre Dissertation an der Universität Göttingen zu diesem Thema hat sie mit „summa cum laude“ abgeschlossen. Zahlreiche Auslandsaufenthalte prägen ihre wissenschaftliche Karriere. Sie arbeitete auf landwirtschaftlichen Betrieben in Spanien und Kanada, studierte ein Semester lang in Mexiko und absolvierte Praktika in Bangladesh, machte sich unter anderem nach Peru auf, um die Anpassung an den Klimawandel zu beobachten, oder in Äthiopien die Wertschöpfungskette bei Kaffee genauer zu betrachten.

Benjamin Meise

Benjamin Meise (2014)

Benjamin Meise sieht dem Dilemma zwischen steigenden Verbraucheransprüchen und sinkender Akzeptanz der konventionellen Landwirtschaft nicht länger tatenlos zu. Er hat für seinen landwirtschaftlichen Betrieb eine Maxime formuliert: „Der größte Feind des guten Landwirtschaftsimages ist die Unwissenheit der Bürger.“ Der 34-Jährige ist Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz in Steinhöfel. Er hat die Verantwortung über 20.000 Legehennen, 800 Rinder, 3.500 ha Land, eine 600-kW-Biogasanlage und rund 50 Mitarbeiter. Die Imagepflege ist seiner Meinung nach die entscheidende Größe, um den Betrieb zukunftsfähig zu halten. Konsequent baut der Betriebswirt die Öffentlichkeitsarbeit aus: über die Schaffung eines einheitlichen Logos, Stände auf Dorffesten, Märkte und Messen, Vorträge, Führungen, Gremienarbeit und einer häufigen Präsenz in den Medien. Als Nächstes will er eine Direktvermarktungsschiene aufbauen. Auch das Thema Ausbildung ist für ihn Chefsache.

Markus Meyer

Markus Meyer (2005)

Kurz vor dem Abitur gab es für Markus Meyer zwei mögliche Berufsziele: Landwirt oder Industriemanager. Er hat sich längst entschieden, Bauer zu werden - und das mit Erfolg. Was er an einem Managerposten so spannend fand? "Die Macht", gesteht der heute 35-Jährige ohne Umschweife ein. Es habe ihn gereizt, ein Unternehmen zu lenken, gemeinsam mit anderen etwas aufzubauen und zwar auf der Scholle in Ostdeutschland. Meyer bewirtschaftet im thüringischen Windehausen inzwischen einen rund 400 ha großen reinen Ackerbaubetrieb, ursprünglich waren es einmal 75 ha. Der überwiegend auf Pachtfläche gegründete Hof soll im kommenden Jahr um weitere 120 ha wachsen. Meyers Familie stammt aus der Nähe von Hameln. Den Betrieb im Osten leitet der heute 35 Jahre alte Diplom-Agraringenieur und Landwirt seit 1990. Einfach war diese Erfolgsgeschichte nicht. Ob er seine Entscheidung, nach Osten zu gehen, jemals bereut hat? "Auf keinen Fall", sagt Markus Meyer.