Förderpreis der Agrarwirtschaft "E"


Foto: Natalie Färber

Dr. Eva-Marie Meemken, Harm Böckmann und Thiemo Buchner haben den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2017 erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Eine schon renommierte Wissenschaftlerin, die die sozio-ökonomischen Zusammenhänge verstehen will und die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsstandards unter die Lupe nimmt, ein kreativer Wurstnerd, der mit seinem Start-up Tierwohl entlang der Wertschöpfungskette transparent macht und gleichzeitig eine leckere Salami anbietet, sowie ein Technikfan, der mit kleinen vernetzten Robotern die Landwirtschaft revolutionieren möchte.
Die Themen der drei Preisträger, die auf dem traditionellen Gala-Abend der agrarzeitung (az) in Hannover ausgezeichnet wurden, sind sehr unterschiedlich. Die Jury zeigte sich beeindruckt von dem vernetzten Denken, dem Blick über den Tellerrand und dem Bestreben, sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen, sowie der praxisnahen Herangehensweise der drei Talente.



David Engel

David Engel (2016)

Immer wieder dieselben Fragen über die Landwirtschaft beantworten zu müssen, war für den Eifeler Landwirt der Anlass, vor rund einem Jahr den Youtube-Kanal „agriKULTUR“ zu starten. Dort zeigen er und eine Handvoll Berufskollegen in Filmen, wie Landwirtschaft funktioniert. Der 28-Jährige David Engel erklärt als Chef von rund 125 Kühen die Milchviehhaltung. Dabei hilft ihm seine schwarz-bunte Sympathieträgerin „Pebbles“, deren Leben er, angefangen mit der Geburt über das Enthornen und Ohrmarkeneinziehen bis zur Klauenpflege und späterem Milchgeben, regelmäßig in den Videos zeigt. „Ich wünsche mir, dass Landwirtschaft wieder cool wird“, sagt Engel. 2012 hat er sich für die Übernahme des elterlichen Betriebes entschieden. Dadurch reifte die Idee, über die neu geschaffene Marke „Engelshof“ einen Teil seiner Milch selber in der Hofmolkerei zu verarbeiten und zu verkaufen. Die Frischmilch will er ab Hof für etwa 1,30 €/Liter verkaufen. Sich selber will er einen Preis von 35 Cent auszahlen. Die Verhandlungen mit Supermärkten vor Ort laufen noch.