Förderpreis der Agrarwirtschaft "D"


Foto: Natalie Färber

Dr. Eva-Marie Meemken, Harm Böckmann und Thiemo Buchner haben den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2017 erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Eine schon renommierte Wissenschaftlerin, die die sozio-ökonomischen Zusammenhänge verstehen will und die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsstandards unter die Lupe nimmt, ein kreativer Wurstnerd, der mit seinem Start-up Tierwohl entlang der Wertschöpfungskette transparent macht und gleichzeitig eine leckere Salami anbietet, sowie ein Technikfan, der mit kleinen vernetzten Robotern die Landwirtschaft revolutionieren möchte.
Die Themen der drei Preisträger, die auf dem traditionellen Gala-Abend der agrarzeitung (az) in Hannover ausgezeichnet wurden, sind sehr unterschiedlich. Die Jury zeigte sich beeindruckt von dem vernetzten Denken, dem Blick über den Tellerrand und dem Bestreben, sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen, sowie der praxisnahen Herangehensweise der drei Talente.



Lutz Philipp Decker

Lutz Philipp Decker (2010)

Lutz Philipp Decker, der in Kiel Landwirtschaft studierte, bewirtschaftet in der Hildesheimer Börde einen Milchviehbetrieb mit Biogasanlage (mehr als 1.000 kW) und Lohnunternehmen. Einen Milchviehstall mit 350 Plätzen ist mitten in der Ackerbauregion Hildesheimer Börde nicht alltäglich. "In meiner Masterarbeit konnte ich nachweisen, dass so etwas durchaus gegen den Trend profitabel sein kann", versichert der Agrarökonom. Die richtige Formel dafür ist die Milk-Feed-Price-Ratio. "Der Milchpreis muss die Produktionskosten bestimmen und nicht umgekehrt." Soziales Engagement ist für den 32-Jährigen selbstverständlich: So mischt er für die CDU im Ortsbeirat mit und ist in mehreren berufsständischen Organisationen präsent. Den eigenen Betrieb behält er stets im Blick. Konkret bedeutet das: Vor sechs Jahren eingestiegen, Lohnunternehmen gegründet, Milchviehanlage ausgesiedelt, Gesamtleistung der Herde auf heute 1,8 Mio. t Milch verdoppelt.