Förderpreis der Agrarwirtschaft "B"


Foto: Grégory Weisert

Saskia Strutzke hat den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2018, der mit 9.000 Euro dotiert ist, erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Strutzke konnte sich bei den Gästen des Gala-Abends der agrarzeitung, die erstmals in diesem Jahr über den Preisträger abstimmen durften, gegen Ines Ruschmeyer und Jonas Kiefer durchsetzen. Die drei Favoriten, die zuvor von einer hochkarätig besetzten Jury aus den Bewerbungen für den Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgewählt wurden, haben sich und ihr Projekt in einem „Elevator Pitch“ präsentiert.



Stefanie Bröring

Stefanie Bröring (2006)

Vielfalt ist Stefanie Brörings Stärke. In ihrer Doktorarbeit stehen interdisziplinäre Ansätze für innovative funktionelle Lebensmittel im Mittelpunkt. Dafür hat sie mehr als 50 zukunftsweisende Projekte aus Agribusiness, Biotechnologie, Pharma- und Lebensmittelindustrie ausgewertet. Konsequent baut sie sich über Praktika ein Netzwerk in Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln. Dabei reicht das Spektrum von Saatgutvertrieb über Agrarwerbung bis zum Lebensmittelmarketing. Die Niedersächsin ist auch international engagiert. So zog es sie zum Studieren nach Rotterdam und ins neuseeländische Auckland sowie zu Praktika nach Großbritannien und Irland. In Kanada fand sie ein Forschungsnetzwerk, um ihre Idee von einer Doktorarbeit über das Innovationsmanagement für pflanzliche, funktionale Inhaltsstoffe in Lebensmitteln zu verwirklichen. Ihr ehrgeiziges Ziel ist es, an der Schnittstelle von Innovation und Marketing in der Agrarwirtschaft zu agieren.

Andre Brösterhaus

Andre Brösterhaus (2014)

Promi Big Brother, Weltmeister oder Massentierhaltung – wer Klicks im Internet will, braucht markige Begriffe. Der 23-jährige Andre Brösterhaus will viele Klicks. Er hatte es satt, dass immer wieder die gleichen Vorurteile über die Tierhaltung verbreitet werden. Deswegen macht der gelernte Landwirt und Student der Agrarwissenschaften Werbung in eigener Sache. Sein Slogan: „Massentierhaltung aufgedeckt“. 2013 hat er gemeinsam mit Kommilitonen der Hochschule Osnabrück die gleichnamige Facebook-Seite eröffnet. Statt Aufreger gibt es Fakten. „Wir setzen der einseitigen Berichterstattung etwas entgegen“, sagt Brösterhaus. Seine schärfste Waffe: die eigene Klarheit. Denn er weiß, wie es in den Ställen aussieht und der Einstieg in den elterlichen Mastschweine- und Ackerbaubetrieb ist beschlossene Sache. Zudem hat er mit Freunden den Verein „Tierhaltung – modern und transparent e.V.“ gegründet, um auf einer Internet-Plattform über die gesamte Tierhaltung zu informieren.

Thiemo Buchner

Thiemo Buchner (2017)

Er ist fasziniert von Robotik, dem Einsatz neuronaler Netzwerke und künstlicher Intelligenz sowie der Miniaturisierung landwirtschaftlicher Prozesse. Schon in frühester Jugend hat er seine Liebe zur Agrartechnik entdeckt. Seit drei Jahren arbeitet der 31-Jährige bei dem US-Landtechnikkonzern Agco an Verknüpfungen von innovativen Technologien und deren Anwendung in der Landtechnik. Er hat mobile Agrarroboter im Rahmen des Forschungsprojekts MARS bis zur Praxisreife entwickelt. Viele kleine Roboter sollen künftig große Sämaschinen ersetzen. Agrarroboter können für ihn klein oder groß sein und ließen sich im Prinzip künftig für alle Arbeitsgänge einsetzen, vor allem bei präzisen Arbeiten, wo wenig Masse bewegt wird. Konkret wären das die Aussaat und die mechanische Unkrautbekämpfung. Zielstrebig will er so, der Landwirtschaft robuste, praktikable und auch wirtschaftliche Werkzeuge an die Hand geben, mit denen der Landwirt seine agronomischen Ziele möglichst nachhaltig umsetzen kann. Digitalisierung und Automatisierung sind für ihn ein Wegbereiter in die Zukunft.

Harm Böckmann

Harm Böckmann (2017)

Der 29-Jährige hat seine Vision für Veränderungen in der Herstellung und Kommunikation rund um Fleisch in die Praxis umgesetzt. Der Fleischfan Böckmann will mit seinem Start-up „Super Meat Boy“ eine Salami den Verbrauchern schmackhaft machen, die nach Tierwohlkriterien erzeugt worden ist. Sein Ansatz: Alle Glieder der Wertschöpfungskette werden miteinbezogen. Er setzt in seinem selbstentwickelten Vermarktungskonzept auf Transparenz: Von der Geburt des Schweins bis zur Verpackung im „Super Meat Boy“-Design kann der Verbraucher alles nachvollziehen und sich mit gutem Gewissen die Salami schmecken lassen. Für die Umsetzung seines Konzeptes hat er Partner aus allen Stufen gewinnen können und bietet seine Salamiwurst im Lebensmitteleinzelhandel in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Zentral für sein Konzept ist auch die Kommunikation auf sozialen Kanälen wie Facebook, Twitter und YouTube. Im Videoblog #Wurstnerd hält er seine Kundschaft mit kurzen Episoden auf dem Laufenden, auch über die Schweine im Stall oder am Schlachthof.

Sonderpreis für Carolin Bongers, Lena Förster und Anna Steinmann

Sonderpreis für Carolin Bongers, Lena Förster und Anna Steinmann (2012)

Im Sommer scheint oft die Sonne und es ist die Zeit der Getreideernte. Wie sich diese beiden Ereignisse ökonomisch klug miteinander in Verbindung bringen lassen, haben die drei Masterstudentinnen Carolin Bongers, Lena Förster und Anna Steinmann untersucht. Im Rahmen einer Projektarbeit an der Universität Bonn bewerteten sie eine Körnertrocknungsanlage, die mit Solarenergie betrieben wird. Neben Material, Arbeitsaufwand und Wirtschaftlichkeit spielte bei der Untersuchung auch die Nachhaltigkeit eine Rolle. "Die Getreidetrocknung ist jedes Jahr ein Thema", sagt Bongers. Dem Team war es daher wichtig, eine praxisnahe Arbeit zu erstellen und damit landwirtschaftliche Betriebe ökonomisch unabhängiger zu machen. Vor allem das Konzept der Kombination einer luftgekühlten Fotovoltaikanlage mit einer Belüftungstrocknung gilt als technisch sehr interessant.