Förderpreis der Agrarwirtschaft "A"


Foto: Grégory Weisert

Saskia Strutzke hat den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2018, der mit 9.000 Euro dotiert ist, erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Strutzke konnte sich bei den Gästen des Gala-Abends der agrarzeitung, die erstmals in diesem Jahr über den Preisträger abstimmen durften, gegen Ines Ruschmeyer und Jonas Kiefer durchsetzen. Die drei Favoriten, die zuvor von einer hochkarätig besetzten Jury aus den Bewerbungen für den Förderpreis der Agrarwirtschaft ausgewählt wurden, haben sich und ihr Projekt in einem „Elevator Pitch“ präsentiert.



Dirk Ansorge

Dirk Ansorge (2007)

Messen, rechnen, konstruieren sind seine Stärken: Dirk Ansorge ist Ingenieur. Im Oktober hat er seine agrartechnische Doktorarbeit an der britischen Cranfield University in Kooperation mit dem Landtechnikhersteller Claas beendet. Zuvor standen drei Jahre lang Messungen von Bodenverdichtungen von Reifen im Vergleich zu Raupen auf seiner Forscheragenda. Ansorge ist aber nicht nur Ingenieur. Der ökonomische Ansatz war ihm bei den technischen Untersuchungen von Anfang an wichtig. So hat er errechnet, dass ein Raupenfahrwerk nicht nur den Boden schont, sondern langfristig auch Kraftstoffkosten spart. In Vorträgen vor britischen Landmaschinenhändlern überzeugt der heute 26-Jährige. Claas kann den Absatz von Mähdreschern mit Raupenfahrwerk in Großbritannien im Jahr 2006 um 70 Prozent steigern. "Technische Innovationen messen sich an der Kosten-Nutzen-Frage", erläutert Ansorge, der nun bei Claas in der Entwicklungsabteilung für selbstfahrende Erntemaschinen arbeitet.

Heinrich Aue

Heinrich Aue (2013)

Energie wird teurer. Damit steigen die Düngemittelkosten. Gleichzeitig fällt in Veredelungsregionen so viel Mist und Gülle an, dass das zum Problem wird. Diese Ausgangslage nutzte Heinrich Aue vor fünf Jahren, um ein äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln: den Transport von organischem Dünger aus dem viehreichen Südoldenburg in die Ackerbauregion der Hildesheimer Börde. Anfangs für seine Idee belächelt, blickt der 27-jährige Aue heute auf ein florierendes Unternehmen. Der Agrar- und Kommunalservice Heinrich Aue in Hüddessum liefert vieles: von Geflügelmist über Kalke und Gärreste bis zur Gülle. Um die logistische Herausforderung zu meistern, setzt Aue auf eine feste Kombination aus Maschinen und Arbeitsgeräten. Transport und Ausbringung sind voneinander getrennt. Lkw fahren die Fest- und Flüssigsubstrate an. „Das ist effizienter“, sagt er. Den Umsatz hat er in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, aber auch die „Energieschiene“ soll wachsen.