Förderpreis der Agrarwirtschaft "A"


Foto: Natalie Färber

Dr. Eva-Marie Meemken, Harm Böckmann und Thiemo Buchner haben den Förderpreis der Agrarwirtschaft 2017 erhalten. Die agrarzeitung (dfv Mediengruppe) vergibt diese Auszeichnung jährlich an besonders engagierte und erfolgreiche junge Talente im Agribusiness. Eine schon renommierte Wissenschaftlerin, die die sozio-ökonomischen Zusammenhänge verstehen will und die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsstandards unter die Lupe nimmt, ein kreativer Wurstnerd, der mit seinem Start-up Tierwohl entlang der Wertschöpfungskette transparent macht und gleichzeitig eine leckere Salami anbietet, sowie ein Technikfan, der mit kleinen vernetzten Robotern die Landwirtschaft revolutionieren möchte.
Die Themen der drei Preisträger, die auf dem traditionellen Gala-Abend der agrarzeitung (az) in Hannover ausgezeichnet wurden, sind sehr unterschiedlich. Die Jury zeigte sich beeindruckt von dem vernetzten Denken, dem Blick über den Tellerrand und dem Bestreben, sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen, sowie der praxisnahen Herangehensweise der drei Talente.



Dirk Ansorge

Dirk Ansorge (2007)

Messen, rechnen, konstruieren sind seine Stärken: Dirk Ansorge ist Ingenieur. Im Oktober hat er seine agrartechnische Doktorarbeit an der britischen Cranfield University in Kooperation mit dem Landtechnikhersteller Claas beendet. Zuvor standen drei Jahre lang Messungen von Bodenverdichtungen von Reifen im Vergleich zu Raupen auf seiner Forscheragenda. Ansorge ist aber nicht nur Ingenieur. Der ökonomische Ansatz war ihm bei den technischen Untersuchungen von Anfang an wichtig. So hat er errechnet, dass ein Raupenfahrwerk nicht nur den Boden schont, sondern langfristig auch Kraftstoffkosten spart. In Vorträgen vor britischen Landmaschinenhändlern überzeugt der heute 26-Jährige. Claas kann den Absatz von Mähdreschern mit Raupenfahrwerk in Großbritannien im Jahr 2006 um 70 Prozent steigern. "Technische Innovationen messen sich an der Kosten-Nutzen-Frage", erläutert Ansorge, der nun bei Claas in der Entwicklungsabteilung für selbstfahrende Erntemaschinen arbeitet.

Heinrich Aue

Heinrich Aue (2013)

Energie wird teurer. Damit steigen die Düngemittelkosten. Gleichzeitig fällt in Veredelungsregionen so viel Mist und Gülle an, dass das zum Problem wird. Diese Ausgangslage nutzte Heinrich Aue vor fünf Jahren, um ein äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln: den Transport von organischem Dünger aus dem viehreichen Südoldenburg in die Ackerbauregion der Hildesheimer Börde. Anfangs für seine Idee belächelt, blickt der 27-jährige Aue heute auf ein florierendes Unternehmen. Der Agrar- und Kommunalservice Heinrich Aue in Hüddessum liefert vieles: von Geflügelmist über Kalke und Gärreste bis zur Gülle. Um die logistische Herausforderung zu meistern, setzt Aue auf eine feste Kombination aus Maschinen und Arbeitsgeräten. Transport und Ausbringung sind voneinander getrennt. Lkw fahren die Fest- und Flüssigsubstrate an. „Das ist effizienter“, sagt er. Den Umsatz hat er in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert, aber auch die „Energieschiene“ soll wachsen.