Förderpreis der Agrarwirtschaft 2008


Foto: Natalie Färber

Die 'agrarzeitung' (az) zeichnet jedes Jahr die besten Nachwuchstalente der Agrarbranche mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft aus. Dank der Unterstützung namhafter Sponsoren fördern wir die besten Talente mit einem stattlichen Preisgeld. Drei kluge Köpfe haben die unabhängige Jury mit ihren Ideen überzeugt. Albrecht Macke, Christoph Leufen und Sven-Oliver Jungklaus (v.l.n.r.).



Sven-Oliver Jungklaus

Sven-Oliver Jungklaus

Sven-Oliver Jungklaus fasziniert der Osten mit seinen Möglichkeiten in der Agrarwirtschaft. Er untersuchte im Rahmen seiner Doktorarbeit am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO), Halle, die Motive bulgarischer Ackerbauern, Verfahren der konservierenden Bodenbearbeitung anzuwenden. Jungklaus zeigt in seiner Doktorarbeit auf, dass Managementwissen für die Landwirte so elementar ist wie die eigentliche Technik. Das gilt vor allem, wenn komplexe Technologien über Ländergrenzen hinweg eingeführt werden sollen Ein wichtiges Anliegen ist dem 28-Jährigen der Transfer von Wissen in die Praxis: Landwirte sollen von den Ergebnissen profitieren. Gen Osten hat es den Jungwissenschaftler schon während seiner Diplom-Arbeit gezogen, die er bei der BASF anfertigte und dafür ein halbes Jahr nach Prag ging. Seit dem 1. Oktober arbeitet er bei der BASF Plant Science. Dort ist er zuständig für das Business Development im Bereich der Grünen Gentechnik.

Christoph Leufen

Christoph Leufen

Christoph Leufen bringt Wissen gleichermaßen präzise wie verständlich auf den Punkt. In seine wissenschaftlichen Karriere hat er sich der Pflanzenernährung gewidmet. Seine Diplom- wie auch Doktorarbeit dreht sich um die Düngung von Kartoffeln. Er führt Feldversuche durch, um die Stickstoffdüngung und die Qualität von Kartoffeln zu optimieren. Dabei entwickelt er das Cultan-Verfahren speziell für die Kartoffel weiter und weist nach, dass diese innovative Pflanzenernährung die N-Effizienz erhöht - und das bei Mehrerträgen und verbesserten Qualitäten. Während der Promotion setzt er seine Erkenntnisse zusammen mit der Technikfirma Grimme um. Eine serientaugliche Legemaschine für die Cultan-Düngung wird entwickelt. Denn der unmittelbare Transfer von Ergebnissen in den landwirtschaftlichen Betrieb ist ihm wichtig. Mittlerweile ist der 30-Jährige Fachkoordinator Ackerbau bei der RWZ Rhein-Main, Köln, und kann sein Wissen als Berater an die Landwirte weitergeben.

Albrecht Macke

Albrecht Macke

Albrecht Macke hat im Sommer seinen ersten Agrarabschluss an der Universität in Göttingen mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus gemacht. Als Assistent arbeitet er im Betriebswirtschaftlichen Büro Göttingen und stellt die Weichen für die künftige Beratertätigkeit. Im Januar 2009 tritt er mit 22 Jahren als jüngster Partner in das Betriebswirtschaftliche Büro Göttingen ein. Parallel dazu will er ein Masterstudium abschließen. Als Eigentümer des Rittergutes Wolperode hat er sich der praktischen Landwirtschaft verschrieben. " Mit seinem Gegenüber muss man auf Augenhöhe reden können, deshalb ist mir mein praktischer Hintergrund besonders wichtig." Genauso entscheidend ist für Macke aber auch die Bereitschaft, mal über den Tellerrand zu schauen. "Die Agrarwirtschaft braucht Weitblick", sagt der junge Praktiker aus eigener Erfahrung, der seine Studienjahre für zahlreiche Auslandsaufenthalte nutzte – unter anderem in Brasilien.