Förderpreis der Agrarwirtschaft 2007


Foto: Natalie Färber

Die 'agrarzeitung' (az) zeichnet jedes Jahr die besten Nachwuchstalente der Agrarbranche mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft aus. Dank der Unterstützung namhafter Sponsoren fördern wir die besten Talente mit einem stattlichen Preisgeld. Drei kluge Köpfe haben die unabhängige Jury mit ihren Ideen überzeugt. Preisträger des Jahres sind: Dirk Ansorge, Martin Laß und Torsten Honemann (v.l.n.r.).



Dirk Ansorge

Dirk Ansorge

Messen, rechnen, konstruieren sind seine Stärken: Dirk Ansorge ist Ingenieur. Im Oktober hat er seine agrartechnische Doktorarbeit an der britischen Cranfield University in Kooperation mit dem Landtechnikhersteller Claas beendet. Zuvor standen drei Jahre lang Messungen von Bodenverdichtungen von Reifen im Vergleich zu Raupen auf seiner Forscheragenda. Ansorge ist aber nicht nur Ingenieur. Der ökonomische Ansatz war ihm bei den technischen Untersuchungen von Anfang an wichtig. So hat er errechnet, dass ein Raupenfahrwerk nicht nur den Boden schont, sondern langfristig auch Kraftstoffkosten spart. In Vorträgen vor britischen Landmaschinenhändlern überzeugt der heute 26-Jährige. Claas kann den Absatz von Mähdreschern mit Raupenfahrwerk in Großbritannien im Jahr 2006 um 70 Prozent steigern. "Technische Innovationen messen sich an der Kosten-Nutzen-Frage", erläutert Ansorge, der nun bei Claas in der Entwicklungsabteilung für selbstfahrende Erntemaschinen arbeitet.

Torsten Honemann

Torsten Honemann

Für Torsten Honemann müssen es drei Anforderungen sein. Unternehmensplanung, Finanzbuchhaltung und Controlling heißt sein beruflicher Triathlon. Diese drei Aufgaben erledigt er als Teamleiter im Controlling für den Agrarhandel und die Agrarproduktion bei Agravis in Münster. Dort hat der 31-Jährige er ein umfassendes Schulungsprogramm für Mitarbeiter entwickelt. Der Diplom-Kaufmann, der an der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Vechta studierte und sich zum Bilanzbuchhalter fortbildete, ist sich sicher: "Ein internes Schulungsprogramm ist ein wichtiger Baustein für unsere Unternehmenskultur." Kontinuierliche Weiterbildung ist für den Betriebswirt selbstverständlich. "Ich habe eine Branche gefunden, mit der ich mich identifizieren kann", umschreibt er seine Affinität zur Landwirtschaft. Für ihn als Kaufmann und Betriebswirt "eine sympathische Wahl". Als Nächstes will Torsten Honemann an der Controller-Akademie in Gauting seine Fachkompetenz ausbauen.

Martin Laß

Martin Laß

Etwas bewegen will Martin Laß, der an der Fachhochschule in Weihenstephan Agrarmarketing und Management studiert hat. Der junge Landwirt aus dem schleswig-holsteinischen Tüttendorf hat 2006 das Dienstleistungsunternehmen Baltic Farm Projects gegründet. Sein Ziel: landwirtschaftliche Unternehmen in der russischen Enklave Kaliningrad voranbringen. "Es fehlt dort nicht an Technik oder Know-how, es fehlt an der richtigen Umsetzung.“ Sein Ansatz lautet daher: qualifizierte Fach- und Führungskräfte ausbilden. Dafür will Laß Betriebsleiter vermitteln, die Agrarunternehmen aufbauen und gezielt Personal schulen. Seine Erfahrung in der Region reicht trotz seiner erst 27 Jahre bereits elf Jahre zurück. "Als Erntehelfer bin ich das erste Mal hin", erzählt Laß. Seitdem hat ihn die wirtschaftliche Lage in der kleinen russischen Provinz an der Ostsee nicht mehr losgelassen. In Zukunft kann der Jungunternehmer sich vorstellen, seine Dienstleistungen über Osteuropa hinaus auszuweiten.