Förderpreis der Agrarwirtschaft 2005


Foto: Natalie Färber

Die 'agrarzeitung' (az) zeichnet jedes Jahr die besten Nachwuchstalente der Agrarbranche mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft aus. Dank der Unterstützung namhafter Sponsoren fördern wir die besten Talente mit einem stattlichen Preisgeld. Drei kluge Köpfe haben die unabhängige Jury mit ihren Ideen überzeugt. Die Preisträger des Jahres sind: Anke-Katharina Scherb, Stefanie Strebel und Markus Meyer (v.l.n.r.).



Markus Meyer

Markus Meyer

Kurz vor dem Abitur gab es für Markus Meyer zwei mögliche Berufsziele: Landwirt oder Industriemanager. Er hat sich längst entschieden, Bauer zu werden - und das mit Erfolg. Was er an einem Managerposten so spannend fand? "Die Macht", gesteht der heute 35-Jährige ohne Umschweife ein. Es habe ihn gereizt, ein Unternehmen zu lenken, gemeinsam mit anderen etwas aufzubauen und zwar auf der Scholle in Ostdeutschland. Meyer bewirtschaftet im thüringischen Windehausen inzwischen einen rund 400 ha großen reinen Ackerbaubetrieb, ursprünglich waren es einmal 75 ha. Der überwiegend auf Pachtfläche gegründete Hof soll im kommenden Jahr um weitere 120 ha wachsen. Meyers Familie stammt aus der Nähe von Hameln. Den Betrieb im Osten leitet der heute 35 Jahre alte Diplom-Agraringenieur und Landwirt seit 1990. Einfach war diese Erfolgsgeschichte nicht. Ob er seine Entscheidung, nach Osten zu gehen, jemals bereut hat? "Auf keinen Fall", sagt Markus Meyer.

Anke-Katharina Scherb

Anke-Katharina Scherb

Anke-Katharina Scherb verbindet mühelos landwirtschaftliche Theorie und Praxis: Den Draht zur Praxis hat sich die Agrarökonomin und Landwirtstochter auch während ihres Studiums an der Universität Göttingen bewahrt. Der Agrarstandort Deutschland bietet für Scherb im internationalen Maßstab exzellente Bedingungen, auch ökonomisch, wenn die Organisation stimmt. Darüber hinaus muss die Landwirtschaft auch an ihrem Image arbeiten, ist die überzeugt. "Auf Dauer hilft nur eine offene Kommunikationsstrategie." Auf diese Weise könnten die Bauern aufzeigen, welche Relevanz die Landwirtschaft für die jeweiligen Regionen habe und zugleich moderne Produktionsformen vermitteln. "Wir müssen weg vom öffentlichen Bild der Kuschellandwirtschaft mit drei Ziegen und zwei Hühnern." Scherb engagiert sich schon lange in der Jungen DLG und tritt als Vorstandsassistentin der DLG seit diesem Sommer auch international für ein neues Bild der deutschen Landwirtschaft ein.

Stefanie Strebel

Stefanie Strebel

Die typische Jobanzeige kennt jeder: fachlich erstklassig, international erfahren, sozial kompetent und dann bitte auch noch jung. Gibt es nicht? Doch, gibt es. Stefanie Strebel macht es vor. Die gerade mal 26-jährige Mitarbeiterin der Baywa geht alles mit einer Mischung aus Professionalität und Charme an. Sie hat an der Fachhochschule Triesdorf Landwirtschaft studiert. Als ihre Kommilitonen noch auf der Suche nach den richtigen Kursen waren, hat sie bereits die Firmenkontaktmesse " Triebsdorf connect 2002" etabliert. Selbst bohrt sie gerne dicke Bretter. Mit Unterstützung der Baywa hat Strebel die Agrarmärkte in Polen, Tschechien und Ungarn untersucht. Die Baywa engagierte Strebel schließlich für ein Trainee-Programm in der Zentrale und im Vertrieb. Inzwischen kauft und verkauft die ehemalige Trainee für das Unternehmen. Nun will die Getreidehändlerin der Baywa und fränkische Landwirtstochter berufsbegleitend Betriebswirtschaft studieren.